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NT-Dienste sicher konfigurieren - für Windows 2000 und XP

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Mit freundlicher Unterstützung durch Frank Kaune.

Dienste unter Windows XP

Beenden von Diensten unter Windows XP

Beenden von Diensten

Hinweis:

Folgende Anleitung bezieht sich auf eine Standardinstallation von Windows XP Professional und dem Einsatz auf einem Einzelplatzrechner mit nur einem Benutzer und direktem Anschluß ans Internet (Modem/DSL). Beim Einsatz als Mehrbenutzersystem, mit einem Router, Client im LAN oder mit Serverdiensten für ein Netzwerk z.B. Proxy-, Web-, FTP-, Mail-Server, Router usw., müssen die dafür zuständigen Dienste und Konfigurationen, bestehen bleiben. Dieses gilt auch für zusätzliche Dienste die mit Anwendungen
installiert werden und unter Umständen von MS-Systemdiensten abhängig sein können.

Desweiteren nimmt diese Anleitung einem nicht die Entscheidung ab, welche der hier vorgestellten Dienste tatsächlich in der gegebenen Rechnerkonfiguration, bezogen auf das jeweilige Einsatzgebiete des Systems, deaktiviert werden können oder ob sie für ein speziellen Anwendungsfall aktiv bleiben müssen!

Vor einer Änderung der Systemkonfiguration ist aus Sicherheitsgründen ein Backup bzw. Festplattenimage der Systempartition, mit entsprechender Software anzufertigen.


Aktive Dienste und offene Ports nach einer Standardinstallation von Windows XP Professional


Kurzbeschreibung der Dienste/Ports

epmap (Port TCP 135)
Dienste, die DCOM und/oder RPC im Netzwerk nutzen, registrieren u.a. ihren Standort mit dem end-point mapper (epmap) auf dem PC. Wenn andere Clients sich mit einem PC verbinden um bestimmte DCOM oder RPC Dienste auf diesem zu nutzen, fragen sie über den end-point mapper (epmap) in einer Art Datenbank ab, wo sich diese Dienste befinden. Man kann über diesen Port und dem epmap Dienst herausfinden ob z.B. auf dem Zielrechner ein MS-Exchange Server läuft und welche Version der hat. Dieser Port wird auch vom Scanner-Tool 'epdump' ausgewertet und es gibt auch Denial-of-Service (DoS) Angriffe, direkt auf diesen Port.

microsoft-ds (Port TCP/UDP 445)
Über diesen Port und dem microsoft-ds Dienst können seit Einführung von Windows2000, ebenso wie über Port 139, die SMB Anfragen (Filesharing) geleitet werden. Es findet auch über diesen Port eine Namensauflösung, login und browsing wie beim 'normalen' NetBios statt.

netbios-ns (Port UDP 137)
Der Dienst "netbios name service", der für die NetBios Namensauflösung
(der eingetragene WINS Name wird der IP zugeordnet) genutzt wird.

netbios-dgm (Port UDP 138)
Der Dienst "netbios datagram services", der u.a. für's login und browsing über das NetBios zuständig ist

netbios-ssn (Port TCP 139)
Der Dienst "netbios session service", über dem beim Zugriff auf Drucker/Dateifreigaben der eigentliche Datenverkehr läuft

mstaskp (Port UDP 1026)
Der Dienst MS-Taskplaner, der automatisch bestimmte Aktionen zeitgesteuert auf einem Windowssystem ausführen kann

ssdp (Port TCP 5000)
ssdp (Port UDP 1900)

Der Dienst "simple service discovery protocoll" ist Bestandteil des mit Windows ME eingeführten Universal Plug-n-Play (UPnP). SSDP ist ein auf Grundfunktionen eingeschränkter XML Parser, der es UPnP Geräten ermöglicht Informationen über das Netzwerk auszutauschen Der Dienst wird auch benötigt, wenn das Internet Connection Sharing (ICS) genutzt werden soll.

alg (Port TCP >3000)
Der Dienst alg (application layer gateway), wird nur installiert und gebraucht, wenn man das Internet Connection Sharing (ICS) und/oder die Internetverbindungsfirewall (neu in XP) verwendet!

Hilfreich beim Herausfinden, welche Dienste welche Ports aktuell beanspruchen, ist diese Webseite [möglicherweise offline] sowie ebenfalls die Freeware Active Ports.



1. Entbinden der Netbiosdienste (netbios-ssn, netbios-ns, netbios-dgm, Port 135,137,139) von der DFÜ

Bei der Standardinstallation von Windows XP Prof. sind nicht wie bei den Vorgängern dieses Betriebssystems, die Netbios-Dienste per default an das DFÜ-Netzwerk gebunden! Sollten diese Dienste aber durch eine vorherige Konfiguration so eingerichtet worden sein, lassen sie sich wie folgt entfernen:
Teil A: DFÜ
- Unter Systemsteuerung / Netzwerkverbindungen
- Den Eintrag unter DFÜ auswählen und unter Netzwerkaufgaben "Einstellungen dieser Verbindung ändern" aufrufen



- Tab-Seite "Netzwerk" anzeigen
- Die Auswahl (Haken) von "Datei- und Druckerfreigabe für Microsoft-Netzwerke und "Client für Microsoft-Netzwerke" entfernen und/oder beide Elemente deinstallieren.

Achtung:
Werden die beiden Elemente deinstalliert so muß der folgende Schritt nach dem Neustart nochmal (einmalig) durchgeführt werden, weil das Betriebssystem die Option "NetBIOS über TCP/IP aktivieren" selbständig wieder setzt!



- Internetprotokoll (TCP/IP) auswählen und dessen Eigenschaften aufrufen
- unter den erweiterten Eigenschaften die Tab-Seite "WINS" anzeigen
- "NetBIOS über TCP/IP deaktivieren" auswählen



- Dialoge mit 'OK' bestätigen, anschließend Neustart des PC's (siehe auch Hinweis oben)

Teil B: (wenn LAN bzw. Netzwerkkarte installiert ist)

- Unter Systemsteuerung / Netzwerkverbindungen
- Den Eintrag unter LAN oder Hochgeschwindigkeitsinternet auswählen und unter Netzwerkaufgaben "Einstellungen dieser Verbindung ändern" aufrufen



- Tab-Seite "Allgemein" anzeigen



- Internetprotokoll (TCP/IP) auswählen und dessen Eigenschaften aufrufen
- unter den erweiterten Eigenschaften die Tab-Seite "WINS" anzeigen
- "NetBIOS über TCP/IP deaktivieren" auswählen



- Dialoge mit 'OK' bestätigen und Neustart des PC's

Teil C: Erweiterte Einstellungen

- unter Systemsteuerung / Netzwerkverbindungen



- die "Erweiterten Einstellungen" auswählen



- alle Vorhandenen Bindungen zu "LAN-Verbindung" und "RAS-Verbindungen" entfernen



Die Ports 137, 138, 139 sind damit geschlossen und die Dienste netbios-ssn, netbios-ns und netbios-dgm deaktiviert! Port 445 ist nach diesen Schritten auch für einen Portscan und dem o.g. Angriff nicht mehr zu erreichen, ein komplettes
deaktivieren des microsoft-ds Dienst, wird in Schritt 6. beschrieben!


2. Beenden von epmap (Port 135)

Teil A: Konfiguration von DCOM

- Ausführen von DCOMCNFG.EXE

Anmerkung: Falls nicht alle Tabs sichtbar sind, liegt die Ursache meist darin, das der Dienst Distributed Transaction Coordinator deaktiviert wurde. Damit alle Tabs sichtbar sind, den genannten Dienst zwischenzeitlich auf manuell setzen, unter den nun sichtbaren Tabs alle notwendigen Einstellungen vornehmen und anschließend den Dienst wieder deaktivieren.





- Auswahl von Konsolenstamm / Komponentendienste / Computer / Arbeitsplatz
- Die Eigenschaften vom Arbeitsplatz über den Menüpunkt "Aktion" aufrufen, bzw.das Computersymbol in der Symbolleiste anklicken



- Tab-Seite "Standardeigenschaften" anzeigen
- Den Haken bei 'DCOM (Distributed COM) auf diesem Computer aktivieren' entfernen
- Tab-Seite "Standardprotokolle" anzeigen



- alle Protokollbindungen entfernen
- Neustart des PC's

Teil B: Konfiguration der Systemdienste

- Einstellungen der Startart der Dienste unter Systemsteuerung / Verwaltung /

Dienste, nach folgender Auflistung durchführen.Diese Einstellungen und ein anschließender Reboot sind nötig, da sonst ein deaktivieren des Treibers für microsoft-ds zu Schwierigkeiten und Instabilität des Betriebsystems führen kann.

Auf manuell setzen
- Ablagemappe
- Anwendungsverwaltung
- COM+-Ereignissystem
- COM+-Systemanwendung
- Computerbrowser
- Designs
- DHCP-Client
- Distributed Transaction Coordinator
- DNS-Client
- Gatewaydienst auf Anwendungsebene
- Hilfe und Support
- IMAPI-CD-Brenn Com Dienste
- Intelligenter Hintergrundübertragungsdienst
- Internetverbindungsfirewall/Gemeinsame Nutzung der Internetverbindung
- IPSEC-Dienste
- Leistungsdatenprotokolle und Warnungen
- Kompatibilität für schnelle Benutzerumschaltung
- Konfigurationsfreie drahtlose Verbindung
- MS Software Shadow Copy Provider
- NetMeeting-Remotedesktop-Freigabe
- Netzwerk-DDE-Dienst
- Netzwerk-DDE-Serverdienst
- Netzwerkverbindungen
- NLA (Network Location Awareness)
- NT-LM-Sicherheitsdienst
- QoS RSVP
- RAS-Verbindungsverwaltung
- Remote-Registrierung
- Sekundäre Anmeldung
- Seriennummer der tragbaren Medien (SP1) / Dienst für Seriennummern der tragbaren Medien (SP2)
- Sicherheitskontenverwaltung
- Sitzungs-Manager für Remotedesktophilfe
- Smartcard
- Smartcard-Hilfsprogramm (nur SP1)
- Taskplaner
- TCP/IP-NetBIOS-Hilfsprogramm
- Telefonie
- Terminaldienste
- Treibererweiterungen für Windows-Verwaltungsinstrumentation
- Überwachung verteilter Verknüpfungen (Client)
- Universeller Plug & Play-Gerätehost (siehe auch 4. Beenden von ssdp)
- Unterbrechungsfreie Stromversorgung
- Verwaltung für automatische RAS-Verbindung
- Verwaltungsdienst für die Verwaltung logischer Datenträger
- Volumeschattenkopie
- Wechselmedien
- Windows Installer
- Windows-Bilderfassung (WIA)
- Windows-Verwaltungsinstrumentation
- Windows-Zeitgeber
- WMI-Leistungsadapter

Auf automatisch setzen

- Druckwarteschlange
- Ereignisprotokoll
- Geschützter Speicher
- Anmeldedienst
- Kryptografiedienste
- Plug & Play
- Remoteprozeduraufruf (RPC)
- Shellhardwareerkennung
- Systemereignisbenachrichtigung
- Systemwiederherstellungsdienst
- Upload-Manager (nur SP1)
- Verwaltung logischer Datenträger
- WebClient
- Windows Audio

Auf deaktiviert setzen
- Automatische Updates
- Eingabegerätezugang
- Fehlerberichterstattungsdienst
- Indexdienst
- Routing und RAS
- SSDP Suchdienst (siehe auch 4. Beenden von ssdp)
- Telnet

- Neustart des PC's

3. Beenden von mtaskp (Port 1026)

Der Dienst wird durch vorherige "Konfiguration der Systemdienste" beendet bzw. läßt sich gezielt auch einzeln beenden über die Einstellungen des Dienstes "Taskplaner"

4. Beenden von ssdp (Port 1900, 5000)

Der Dienst wird durch vorherige "Konfiguration der Systemdienste" beendet bzw. läßt sich gezielt auch einzeln beenden über die Einstellungen des Dienstes "SSDP-Suchdienst". Der SSDP-Suchdienst und der "Universeller Plug & Play Gerätehost" müssen aber aktiv bleiben, sobald die gemeinsame Nutzung der
Internetverbindung eingesetzt werden soll.

5. Beenden von alg (Port >3000)

Der Dienst wird durch vorherige "Konfiguration der Systemdienste" beendet bzw. läßt sich gezielt auch einzeln beenden über die Einstellungen der Dienste "Gatewaydienst auf Anwendungsebene" und "Internetverbindungsfirewall/Gemeinsame Nutzung der Internetverbindung" (SP1) bzw. "Windows-Firewall/Gemeinsame Nutzung der Internetverbindung" (SP2)
Der Dienst wird aber benötigt, sobald die XP-Internetverbindungsfirewall und/oder die gemeinsame Nutzung der Internetverbindung eingesetzt werden soll.

6. microsoft-ds (Port 445)

6.1 Empfohlene Variante zum Deaktivieren von microsoft-ds (von Torsten Mann)

Da eine Deaktivierung von microsoft-ds tief in das System eingreift und es wahrscheinlich ist, daß hierdurch Probleme entstehen können, verfolgt das Script, im Vergleich zu Frank Kaune, einen anderen Weg. Es wird hierbei Direct-SMB mittels dem Registry-Eintrag

[HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Services\NetBT\Parameters]
"SMBDeviceEnabled"=dword:00000000

deaktiviert. Dieser Schlüssel ist standardmäßig nicht vorhanden und muß neu angelegt werden. Hierbei bleibt Netbios-Funktionalität erhalten, Port 445 wird dennoch geschlossen. Diese Methode ist der aus 6.2 vorzuziehen und wird vom Skript "svc2kxp.cmd" verwendet.


6.2 Beenden von microsoft-ds (nach Frank Kaune)

Hinweis:
Das Beenden des Dienstes microsoft-ds setzt zwingend den Schritt 2. (DCOM- und Dienste-Konfiguration) voraus!

- über Systemsteuerung / System, den Gerätemanager aufrufen



- "Augeblendete Geräte anzeigen" auswählen
- im Zweig "Nicht-PnP-Treiber"den Eintrag "NetBIOS über TCP/IP" mit der rechten Maustaste auswählen
- Treiber über das Kontextmenü deaktivieren
- Neustart des PC's

- nach dem Neustarten, die Treiberseite nochmals aufrufen
- den "NetBIOS über TCP/IP" Treiber mit der rechten Maustaste auswählen und die Eigenschaften anzeigen lassen



- bei den Treibereigenschaften den Starttyp auf "Bedarf" oder "Deaktiviert" setzen


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